Wer an der Börse nur auf steigende Kurse setzt, lässt die Hälfte der Möglichkeiten liegen. Mit einer sogenannten Short-Position kannst du auch dann Gewinne erzielen, wenn ein Kurs fällt, und genau das macht dieses Konzept für jeden Trader und Investor so wertvoll.
Das steckt dahinter
Der Begriff Short kommt aus dem Englischen und steht für eine Wette auf fallende Kurse. Im Gegensatz zur klassischen Long-Position, bei der du eine Aktie kaufst und auf steigende Preise hoffst, funktioniert eine Short-Position genau umgekehrt: Du verdienst Geld, wenn der Preis sinkt.
Aber wie geht das technisch? Ganz vereinfacht: Du leihst dir eine Aktie (zum Beispiel von deinem Broker), verkaufst sie sofort zum aktuellen Marktpreis und kaufst sie später günstiger zurück. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Rückkaufpreis ist dein Gewinn.
Angenommen, du leihst dir eine Aktie für 100 Euro und verkaufst sie. Fällt der Kurs dann auf 70 Euro, kaufst du sie zurück, und streichst 30 Euro Gewinn ein (abzüglich Gebühren und Leihkosten). Umgekehrt gilt: Steigt der Kurs statt zu fallen, machst du Verlust. Deshalb ist das Risiko bei Short-Positionen theoretisch unbegrenzt, weil ein Kurs ins Unendliche steigen kann. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Long-Position, bei der du maximal deinen Einsatz verlieren kannst.
Aus diesem Grund ist das Thema Risikomanagement bei Short-Trades besonders entscheidend, etwas, worüber wir in meinen Webinaren immer wieder intensiv sprechen.
Ein konkretes Beispiel
Ein viel zitiertes Beispiel aus der Praxis ist der Absturz der Wirecard-Aktie im Jahr 2020. Mehrere Hedgefonds und institutionelle Investoren gingen schon früh Short auf das damals hoch bewertete Zahlungsunternehmen, weil sie einen Betrugsfall vermuteten. Als die Aktie innerhalb weniger Tage von rund 100 Euro auf unter 2 Euro abstürzte, erzielten diese Leerverkäufer massive Gewinne.
Das zeigt: Short-Positionen sind kein reines Spekulationsinstrument. Sie können auch eingesetzt werden, um ein Depot gegen Kursverluste abzusichern, das nennt sich Hedging. Ein Fondsmanager, der viele Aktien hält, kann über gezielte Short-Positionen Verluste in einem fallenden Markt teilweise ausgleichen.
Warum ist das für dich relevant?
Auch wenn du noch nicht aktiv short gehst, wirst du dem Begriff im Alltag ständig begegnen, in Nachrichten, in Analystenberichten oder in Trading-Foren. Wenn zum Beispiel ein Analyst sagt, „der Fonds ist short auf diese Aktie gegangen“, weißt du jetzt genau, was gemeint ist: Man erwartet fallende Kurse und hat entsprechend positioniert.
Für dich als aktiver Trader eröffnet das Verständnis von Short-Positionen völlig neue Strategien. Märkte fallen oft schneller als sie steigen, und diese Bewegungen gezielt zu nutzen, kann entscheidend für deine Ergebnisse sein. Zudem hilft dir das Wissen dabei, Marktberichte und Stimmungsanalysen viel besser einzuordnen. Du erkennst schneller, ob ein Markt eher von optimistischen Long-Tradern oder von skeptischen Short-Sellern dominiert wird.
In meinen Webinaren zeige ich dir konkret, wie du Short-Setups erkennst, wann sie sinnvoll sind, und wann du besser die Finger davon lässt.
Verwandte Begriffe aus Trading & Marktphasen
Begriffe kennen ist der Anfang. Märkte lesen ist das Ziel.
Im kostenlosen Live-Workshop zeigt dir Oliver, wie diese Begriffe am echten Chart zusammenspielen und wie du daraus Entscheidungen ableitest, die du nachprüfen kannst.
Kostenlos zum Live-Workshop- ● 0 €
- ● live mit Oliver Klemm
- ● verständlich für Einsteiger
- ● keine Kreditkarte