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Glossar · Derivate & Optionen

Was ist Strike? Einfach erklärt.

Was bedeutet Strike beim Optionshandel? Verständlich erklärt mit Beispiel, damit du weißt, was der Ausübungspreis für dein Trading bedeutet.

Wer mit Optionen handelt, begegnet früher oder später dem Begriff Strike, und wer ihn nicht versteht, handelt im Grunde blind. Der Strike ist der festgelegte Preis, zu dem du eine Option ausüben darfst. Das klingt simpel, ist aber einer der zentralen Bausteine im Optionshandel.

Das steckt dahinter

Der Strike, auf Deutsch auch Ausübungspreis genannt, ist im Kern eine Vereinbarung. Wenn du eine Option kaufst, legst du damit fest, zu welchem Preis du ein Wertpapier kaufen oder verkaufen darfst, unabhängig davon, wie der Markt sich bis zum Ablaufdatum entwickelt.

Bei einer Call-Option hast du das Recht, eine Aktie oder einen anderen Basiswert zum Strike-Preis zu kaufen. Bei einer Put-Option hast du das Recht, zum Strike-Preis zu verkaufen. Der entscheidende Punkt: Du musst dieses Recht nicht ausüben. Es ist eine Möglichkeit, keine Pflicht.

Was das so interessant macht: Der aktuelle Marktpreis des Basiswerts und der Strike können weit auseinanderliegen. Liegt der Marktpreis eines Papiers über dem Strike einer Call-Option, sagen wir Händler, die Option ist „im Geld“. Liegt er darunter, ist sie „aus dem Geld“. Diese Beziehung bestimmt direkt den inneren Wert der Option und damit ihren Preis, die sogenannte Prämie.

In meinen Webinaren erlebe ich regelmäßig, dass dieser Zusammenhang zunächst abstrakt wirkt. Sobald wir aber mit konkreten Zahlen arbeiten, macht es bei fast allen Teilnehmern klick. Genau das machen wir im nächsten Abschnitt.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, du kaufst eine Call-Option auf eine Aktie mit einem Strike von 100 Euro. Das bedeutet: Du darfst diese Aktie für genau 100 Euro kaufen, egal, was der Markt macht.

Jetzt entwickelt sich die Aktie stark und steht am Ausübungstag bei 130 Euro. Dank deiner Option kannst du sie trotzdem für 100 Euro kaufen und hättest sofort einen rechnerischen Vorteil von 30 Euro pro Aktie. Abzüglich der gezahlten Prämie ergibt sich dein tatsächlicher Gewinn.

Angenommen, die Aktie fällt stattdessen auf 80 Euro. Dann wäre es wirtschaftlich unsinnig, dein Recht auszuüben, du würdest die Option verfallen lassen. Dein maximaler Verlust ist in diesem Fall die gezahlte Prämie. Nicht mehr, nicht weniger.

Dieses Beispiel zeigt in einfachen Worten, warum der Strike so ein wichtiges Werkzeug zur Risikosteuerung ist. Du weißt von Anfang an, zu welchem Preis du einsteigen kannst, und was im schlimmsten Fall verloren geht.

Warum ist das für dich relevant?

Sobald du dich ernsthaft mit Optionen, strukturierten Produkten oder auch Hebelzertifikaten beschäftigst, wirst du dem Strike auf Schritt und Tritt begegnen. Er taucht in Optionsketten auf, in Handelsplattformen, in Produktdatenblättern.

Wer den Ausübungspreis versteht, kann gezielt Strategien aufbauen: Zum Beispiel Optionen weit aus dem Geld kaufen, um mit kleinem Einsatz auf größere Bewegungen zu setzen. Oder Optionen nah am aktuellen Kurs wählen, um auf Zeit- und Kursbewegungen zu reagieren. Ohne ein klares Bild vom Strike läufst du Gefahr, Produkte zu handeln, deren Mechanismus du nicht wirklich durchschaust, und das rächt sich im echten Markt schnell.

In meinem Trading-Alltag ist die Wahl des richtigen Strike-Preises oft die erste Entscheidung, bevor überhaupt über Laufzeit oder Strategie nachgedacht wird. Es lohnt sich, hier genau hinzuschauen.

Dein nächster Schritt

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