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Glossar · Anleihen & Kredit

Was ist Treasuries? Einfach erklärt.

Was sind Treasuries? Verständlich erklärt: Wie US-Staatsanleihen funktionieren und warum ihre Rendite für Trader und Investoren weltweit entscheidend ist.

Wenn Finanzexperten über die „sicherste Anlage der Welt“ sprechen, meinen sie fast immer Treasuries, also US-amerikanische Staatsanleihen. Wer die Märkte wirklich verstehen will, kommt an diesem Begriff nicht vorbei. Denn Treasuries beeinflussen nicht nur den amerikanischen Markt, sondern setzen den Zinsmaßstab für die gesamte Finanzwelt.

Das steckt dahinter

Treasuries sind Schuldverschreibungen, die die US-Regierung ausgibt, um sich Geld zu leihen. In einfachen Worten: Du leihst dem amerikanischen Staat Geld, und der zahlt dir dafür regelmäßige Zinsen, die sogenannte Rendite, plus am Ende die Rückzahlung des geliehenen Betrags.

Es gibt verschiedene Laufzeiten: von kurzfristigen Treasury Bills (wenige Wochen bis ein Jahr) über Treasury Notes (zwei bis zehn Jahre) bis hin zu Treasury Bonds mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. Der wichtigste Vertreter dieser Familie ist die zehnjährige US-Staatsanleihe. Ihre Rendite gilt weltweit als der bedeutendste Referenzzins überhaupt, an ihr orientieren sich Hypothekenzinsen, Unternehmenskredite und Aktienbewertungen rund um den Globus.

Warum gelten Treasuries als so sicher? Weil hinter ihnen die größte Volkswirtschaft der Welt steht. Das Ausfallrisiko wird als nahezu null eingeschätzt. Genau deshalb flüchten Anleger in turbulenten Marktphasen instinktiv in diese Anleihen, man spricht dann von einem „Flight to Safety“, also einer Flucht in Sicherheit. Das treibt die Kurse der Anleihen nach oben und die Renditen entsprechend nach unten.

Ein konkretes Beispiel

In meinen Webinaren frage ich die Teilnehmer oft: „Was hat die Zinserhöhung der US-Notenbank mit eurem Aktiendepot zu tun?“ Die meisten zucken zunächst mit den Schultern.

Das Jahr 2022 liefert dazu ein lehrreiches Beispiel aus dem echten Marktgeschehen. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte die Leitzinsen aggressiv, um die Inflation zu bekämpfen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries kletterte daraufhin von knapp 1,5 Prozent zu Jahresbeginn auf über 4 Prozent bis zum Herbst. Das klingt technisch, hatte aber massive Auswirkungen: Wachstumsaktien, besonders im Technologiebereich, verloren drastisch an Wert. Der Nasdaq-Index brach im selben Zeitraum um rund 30 Prozent ein.

Der Zusammenhang ist direkt: Steigende Anleiherenditen machen festverzinsliche Papiere attraktiver im Vergleich zu Aktien. Investoren schichten um. Wer das verstanden hat, war auf diese Bewegung vorbereitet.

Warum ist das für dich relevant?

Du musst keine US-Staatsanleihen kaufen, um von diesem Wissen zu profitieren. Treasuries begegnen dir als Trader und Investor ständig, oft ohne dass du es direkt merkst.

Wenn du Aktien analysierst, Währungspaare beobachtest oder einfach die täglichen Marktberichte verfolgst, taucht die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe immer wieder auf. Sie ist ein zuverlässiger Stimmungsindikator für die gesamten Finanzmärkte. Steigt sie schnell an, wird es für risikoreiche Anlagen wie Aktien oder Kryptowährungen oft ungemütlich. Fällt sie, signalisiert das häufig Unsicherheit oder eine erwartete Konjunkturabschwächung.

In meinen Coachings zeige ich immer wieder: Wer diesen einen Zins im Blick behält, versteht Marktbewegungen schneller und trifft bessere Entscheidungen, ganz gleich, ob er in Aktien, ETFs oder anderen Instrumenten handelt.

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