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Chartanalyse · Videoreihe

Technische Analyse der Finanzmärkte: das Standardwerk in 32 Lektionen.

John J. Murphys Buch ist seit fast vierzig Jahren das Lehrbuch der Chartanalyse. Wir nehmen es Kapitel für Kapitel auseinander, in Videos von zehn Minuten. Hier steht, was drin ist, und welche Folge welche Frage beantwortet.

Spur im Schnee, die zu einer Chartlinie wird

Am dritten Juli 1884 nimmt ein Journalist in New York die Schlusskurse von elf Aktien, neun Eisenbahngesellschaften, eine Dampfschiffreederei und eine Telegrafengesellschaft, und fasst sie zu einer einzigen Zahl zusammen. Der erste Aktienindex. Der Mann heißt Charles Dow. Er wird nie ein Buch schreiben, nur Zeitungsartikel. Und trotzdem stehen seine sechs Grundsätze bis heute unter jeder Chartanalyse, die irgendwo auf der Welt gemacht wird. Aufgeschrieben, geordnet und bis in die Gegenwart weitergedacht hat das ein anderer: John J. Murphy, jahrelang Analyst bei Merrill Lynch, in seinem Buch „Technische Analyse der Finanzmärkte“. Wer Charts lesen lernen will, landet früher oder später bei diesem Buch. Viele kommen bis Seite achtzig. Dann liegt es auf dem Nachttisch. Das wollen wir ändern.

Warum ausgerechnet dieses Buch

Es gibt hunderte Bücher über Chartanalyse. Murphys Buch ist das eine, auf das sich alle anderen beziehen. Die erste Fassung erschien 1986, die erweiterte Ausgabe 1999, auf Deutsch beim FinanzBuch Verlag. Auf gut fünfhundert Seiten steht alles, was die Technische Analyse ausmacht: von den drei Grundannahmen, ohne die Charts überhaupt keinen Sinn ergeben, über Trends, Unterstützung und Widerstand, Formationen, Volumen und Indikatoren bis zu Handelssystemen, Geldmanagement und einer Checkliste, die Murphy vor jedem Trade abfragt.

Was das Buch von vielen anderen unterscheidet: Murphy verkauft kein System. Er erklärt, warum ein Werkzeug funktioniert, wo seine Grenzen liegen und welche Fehler Anfänger damit machen. Genau diese Haltung ist der Grund, warum wir es ausgewählt haben. Das Buch passt zu dem, was wir im Coaching sagen: Erst verstehen. Dann handeln.

Wie wir es lesen: ein Video pro Erkenntnis

Wir haben das Buch nicht nach Kapiteln aufgeteilt, sondern nach Erkenntnissen. Jede Folge beantwortet eine Frage, die sich jeder stellt, der zum ersten Mal vor einem Chart sitzt. Zehn Minuten, mit eigenen Charts aus unserer Software, mit einer Animation zu jeder Kernaussage und immer in derselben Reihenfolge: erst der Fehler, den Anfänger machen, dann das Werkzeug, das ihn verhindert.

Was du in den Folgen nicht findest: Abbildungen aus dem Buch, lange Zitate oder eine Zusammenfassung, die das Lesen ersetzen soll. Die Reihe ist der Einstieg und die Lesehilfe. Wer das Buch daneben liegen hat, holt mehr heraus. Wer es nicht hat, versteht trotzdem jede Folge.

Die acht Blöcke der Reihe

Die 32 Folgen bauen aufeinander auf, in acht Blöcken:

  1. Fundament (Folge 1 bis 4): Warum Charts funktionieren, die Vorwürfe gegen die Chartanalyse, die Dow-Theorie, und wie ein Chart überhaupt gebaut ist.
  2. Der Trend (Folge 5 bis 9): Was ein Trend ist, Unterstützung und Widerstand, Trendlinien, Rückläufe und Kurslücken.
  3. Formationen (Folge 10 bis 13): Kopf-Schulter, Doppel-Tops, Dreiecke, Flaggen und Wimpel.
  4. Volumen und Zeit (Folge 14 bis 16): Was das Volumen verrät, Open Interest, und warum der Monatschart vor dem Tageschart kommt.
  5. Indikatoren (Folge 17 bis 21): Gleitende Durchschnitte, Bollinger-Bänder, Oszillatoren, RSI, MACD.
  6. Weitere Methoden (Folge 22 bis 25): Point and Figure, Candlesticks, Elliott-Wellen, Zyklen.
  7. System und Geld (Folge 26 bis 28): Handelssysteme, Geldmanagement, Handelstaktiken.
  8. Das große Bild (Folge 29 bis 32): Intermarket-Analyse, Marktbreite, Market Profile und Murphys Checkliste vor jedem Trade.

Die 32 Lektionen

Die Liste wächst mit jeder Folge. Was schon online ist, ist verlinkt.

  1. Warum Charts überhaupt funktionieren: die drei Grundannahmen
  2. Ist Chartanalyse Humbug? Random Walk und selbsterfüllende Prophezeiung
  3. Die Dow-Theorie: sechs Grundsätze von 1900, die heute noch gelten
  4. Charts lesen: Linie, Balken, Kerze, und warum die Skala entscheidet
  5. Was ist ein Trend? Drei Richtungen, drei Größen
  6. Unterstützung und Widerstand: warum alte Hochs zu neuen Böden werden
  7. Trendlinien richtig zeichnen
  8. Wie weit darf es zurück? Retracements und Fibonacci
  9. Umkehrtage und Kurslücken
  10. Kopf-Schulter: die Königsformation und ihr Kursziel
  11. Doppel-Tops, Dreifach-Böden, Untertassen, V-Spitzen
  12. Dreiecke
  13. Flaggen, Wimpel, Keile, Rechtecke: Pausen im Trend
  14. Volumen bestätigt den Trend oder warnt dich
  15. Open Interest, Commercials und Put/Call: wer sitzt auf welcher Seite?
  16. Langfristcharts zuerst: das große Bild vor dem Trade
  17. Gleitende Durchschnitte
  18. Bollinger-Bänder und die Frage: optimieren oder nicht?
  19. Oszillatoren, Teil 1: Momentum, ROC, CCI
  20. Oszillatoren, Teil 2: RSI, Stochastik, Williams %R
  21. MACD, Histogramm und Contrary Opinion
  22. Point and Figure: Charts ohne Zeit
  23. Candlesticks: was die Japaner vor dreihundert Jahren wussten
  24. Elliott-Wellen
  25. Zeitzyklen: wann der Markt dreht, nicht nur wo
  26. Handelssysteme: der Computer als Werkzeug, nicht als Orakel
  27. Geldmanagement: die Regeln, die dich am Leben halten
  28. Handelstaktiken: Einstieg, Stops, Kursziele, Pyramide
  29. Intermarket-Analyse: Dollar, Rohstoffe, Anleihen, Aktien
  30. Marktbreite: steigt der Markt oder nur sieben Aktien?
  31. Market Profile: der Markt als Glockenkurve
  32. Die Checkliste: Murphys Fragen vor jedem Trade

Was das Buch nicht kann

Chartanalyse ist kein Blick in die Zukunft. Sie liest Wahrscheinlichkeiten, und Murphy betont an vielen Stellen, dass kein Werkzeug darin unfehlbar ist. Ein Chart sagt dir nicht, was morgen passiert. Er sagt dir, wo du mit einem kleinen Risiko einsteigen kannst und wo du draußen sein musst, wenn du falsch liegst. Wer aus dem Buch ein Versprechen macht, hat es nicht verstanden. Deshalb steht am Ende jeder Folge derselbe Satz: Das hier ist keine Anlageberatung, sondern zum Verstehen.

Was das für dich heißt

  1. Fang mit Folge 1 an, auch wenn du schon handelst. Die drei Grundannahmen sind der Grund, warum alles andere funktioniert, und die meisten haben sie nie gehört.
  2. Leg dir das Buch daneben. Jede Folge nennt die Seiten, um die es geht. Zehn Minuten Video, zehn Seiten lesen, das ist ein Abend pro Woche.
  3. Nutz das Glossar. Jeder Begriff, den eine Folge einführt, steht dort in Klartext, mit einem echten Beispiel.
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Oliver Klemm ist seit 1982 an den Kapitalmärkten und bildet seit 2014 Trader aus, in Kursen, Bootcamps und Live-Webinaren.