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Was ist eine selbsterfüllende Prophezeiung? Einfach erklärt.

Was ist eine selbsterfüllende Prophezeiung? Einfach erklärt: woher der Begriff kommt, mit Beispiel, und warum der Vorwurf gegen die Chartanalyse nicht trägt.

Eine selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage, die nur deshalb eintrifft, weil Menschen an sie glauben und danach handeln. Hier erfährst du, was dahintersteckt, mit einem Beispiel, und warum der Vorwurf gegen die Chartanalyse nicht so trägt, wie er klingt.

Das steckt dahinter

Den Begriff hat der Soziologe Robert K. Merton 1948 geprägt. Die Idee: Eine falsche oder unsichere Annahme löst ein Verhalten aus, und dieses Verhalten macht die Annahme wahr. An der Börse lautet der Vorwurf: Chartmuster funktionieren nur, weil so viele Trader sie kennen und gleichzeitig darauf kaufen oder verkaufen.

John Murphy nimmt den Vorwurf in seinem Standardwerk ernst und zeigt, dass er sich selbst widerspricht. Dieselben Kritiker sagen nämlich auch, Chartmuster seien völlig subjektiv. Beides zugleich geht nicht: Entweder sind Charts so eindeutig, dass alle dasselbe tun, oder so subjektiv, dass jeder etwas anderes sieht. Dazu kommt, dass Trader auf dasselbe Muster ganz verschieden reagieren, früh, beim Ausbruch oder erst beim Rücklauf. Murphy nennt den Vorwurf deshalb eher ein Kompliment: Eine Methode muss gut sein, wenn sie so beliebt wird.

Ein konkretes Beispiel

Das klassische Beispiel ist der Ansturm auf eine Bank. Am 9. März 2023 wollten Kunden und Anleger der Silicon Valley Bank an einem einzigen Tag rund 42 Milliarden US-Dollar abziehen. Die Bank hatte echte Verluste in ihren Anleihebeständen, aber erst die Angst vor der Pleite und der Ansturm machten daraus den Zusammenbruch. Am 10. März wurde sie geschlossen.

Warum ist das für dich relevant?

Selbstverstärkung gibt es an der Börse, vor allem kurzfristig und an Marken, die viele beobachten. Auf Dauer entscheiden aber Angebot und Nachfrage. Könnten Chartleser die Kurse selbst machen, wären sie alle reich. Für dich heißt das: Ein Muster ist kein Versprechen, sondern ein Hinweis, den du mit einem festen Ausstieg absicherst.

Dein nächster Schritt

Begriffe kennen ist der Anfang. Märkte lesen ist das Ziel.

Im kostenlosen Live-Workshop zeigt dir Oliver, wie diese Begriffe am echten Chart zusammenspielen und wie du daraus Entscheidungen ableitest, die du nachprüfen kannst.

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