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Glossar · Anleihen & Kredit

Was ist High Yield? Einfach erklärt.

Was ist High Yield? Verständlich erklärt: Was Ramschanleihen sind, warum sie höhere Renditen bieten, und welches Risiko dahintersteckt.

Wenn du dich mit Anleihen beschäftigst, wirst du früher oder später auf den Begriff High Yield stoßen. Gemeint sind damit Anleihen von Schuldnern mit schwacher Bonität, also Unternehmen oder Staaten, denen der Markt kein besonders hohes Vertrauen entgegenbringt. Für Investoren ist das ein wichtiges Konzept, weil es zeigt, wie Risiko und Rendite unmittelbar zusammenhängen.

Das steckt dahinter

Eine Anleihe ist im Grunde ein Kredit: Du leihst einem Unternehmen oder einem Staat Geld, und die zahlen dir dafür regelmäßige Zinsen, die sogenannte Rendite. Die Höhe dieser Zinsen hängt stark davon ab, wie kreditwürdig der Schuldner ist.

Bei Unternehmen mit guter Bonität, zum Beispiel etablierte Konzerne mit stabilen Umsätzen, sind die Zinsen niedrig, weil das Ausfallrisiko gering ist. Anders sieht es bei High-Yield-Anleihen aus: Hier haben die Schuldner eine schwächere Kreditwürdigkeit, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls spürbar höher ist. Um Investoren trotzdem anzulocken, müssen sie deshalb deutlich höhere Zinsen bieten.

Das erklärt auch den zweiten Namen, der im Deutschen kursiert: Ramschanleihen oder im Englischen „Junk Bonds“. Der Begriff klingt hart, trifft den Kern aber gut. Es sind Schuldpapiere, bei denen du als Anleger mehr Rendite einstreichen kannst, aber eben auch das reale Risiko eingehst, am Ende einen Teil deines eingesetzten Kapitals zu verlieren.

In der Praxis wird die Bonität von Ratingagenturen wie Moody's oder Standard & Poor's bewertet. Anleihen, die unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts eingestuft werden, in der Regel unterhalb von „BBB-“, gelten offiziell als High Yield.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, es ist das Jahr 2020, mitten in der Corona-Krise. Viele Unternehmen aus dem Energie- und Reisesektor stehen unter enormem Druck. Ihre Anleihen rutschen in den High-Yield-Bereich, die Renditen schießen hoch, weil der Markt ein erhöhtes Ausfallrisiko einpreist.

In meinen Webinaren erinnere ich oft an genau diese Phase: Wer damals risikobereit war und auf eine wirtschaftliche Erholung setzte, konnte mit Ramschanleihen aus dem Energiesektor starke Gewinne einfahren, weil die Kurse nach dem Einbruch deutlich anzogen. Gleichzeitig gab es Unternehmen, die tatsächlich zahlungsunfähig wurden. Das ist das Wesen dieser Anlageklasse: großes Potenzial auf der einen Seite, reales Verlustrisiko auf der anderen.

Grundsätzlich gilt: High Yield läuft besonders gut, wenn Anleger risikofreudig sind und die Konjunktur anzieht. In Krisenzeiten oder bei steigender Risikoaversion fliehen Investoren dagegen aus diesen Papieren, und die Kurse fallen entsprechend stark.

Warum ist das für dich relevant?

Du musst keine Anleihen kaufen, um mit diesem Begriff in Berührung zu kommen. Sobald du Märkte analysierst oder makroökonomische Zusammenhänge verstehst, wirst du merken: Der High-Yield-Markt funktioniert wie ein Stimmungsbarometer für das gesamte Finanzsystem.

Wenn die Risikoaufschläge, also die Zinsdifferenz zwischen Ramschanleihen und sicheren Staatsanleihen, stark steigen, ist das häufig ein Frühwarnsignal für wachsenden Stress im System. Viele erfahrene Trader beobachten genau diesen Spread regelmäßig, um ein besseres Gespür für die aktuelle Marktlage zu bekommen.

Kurz gesagt: Wer versteht, wie der High-Yield-Markt tickt, liest den Gesamtmarkt besser. Und das hilft dir bei konkreten Handelsentscheidungen, egal ob du Aktien, ETFs oder andere Instrumente handelst.

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