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Glossar · Risiko & Portfolio

Was ist Korrelation? Einfach erklärt.

Was bedeutet Korrelation beim Investieren? Verständlich erklärt mit Beispielen, und warum sie für dein Depot entscheidend ist.

Wer sein Depot clever aufstellt, kommt um einen Begriff nicht herum: Korrelation. Er beschreibt, wie stark sich zwei Anlagen gleichzeitig in dieselbe Richtung bewegen, und er ist einer der wichtigsten Bausteine für ein gut gestreutes Portfolio. Wer ihn versteht, trifft deutlich bessere Entscheidungen beim Aufbau seiner Geldanlage.

Das steckt dahinter

Stell dir vor, du hältst zwei verschiedene Aktien in deinem Depot. Immer wenn die eine steigt, steigt die andere ebenfalls, und wenn eine fällt, fällt auch die andere. In diesem Fall spricht man von einer hohen Korrelation. Die beiden Werte bewegen sich im Gleichschritt.

Das klingt zunächst harmlos, ist aber für dein Risiko alles andere als ideal. Denn wenn beide Positionen gleichzeitig einbrechen, schützt dich die vermeintliche Streuung überhaupt nicht.

Mathematisch wird die Korrelation auf einer Skala von −1 bis +1 gemessen. Ein Wert nahe +1 bedeutet: beide Anlagen laufen fast identisch. Ein Wert nahe −1 bedeutet: sie bewegen sich entgegengesetzt. Und ein Wert um die 0 zeigt an, dass kaum ein Zusammenhang besteht.

Für die Risikostreuung, also die sogenannte Diversifikation, ist ein niedriger oder negativer Wert besonders wertvoll. Wenn eine Position in deinem Depot verliert, kann eine gering korrelierte Position diesen Verlust teilweise ausgleichen. Das macht dein Depot stabiler, gerade in turbulenten Marktphasen. In meinen Webinaren erkläre ich dieses Prinzip regelmäßig als einen der wichtigsten Hebel für solides Risikomanagement.

Ein konkretes Beispiel

Das klassische Beispiel aus der Praxis: Aktien und Anleihen.

Historisch gesehen haben diese beiden Anlageklassen über lange Zeiträume eine niedrige oder sogar negative Verbindung zueinander gezeigt. Wenn Aktienmärkte unter Druck geraten, zum Beispiel in einer Rezession oder bei einem Börsencrash, flüchten viele Anleger in als sicher geltende Staatsanleihen. Die Anleihekurse steigen, während Aktien fallen.

Ein bekanntes Beispiel dafür war die Finanzkrise 2008: Während der S&P 500 rund 38 Prozent an Wert verlor, legten US-Staatsanleihen deutlich zu. Wer damals beide Anlageklassen im Depot hatte, hat den Einbruch spürbar abgefedert.

Wichtig zu wissen: Diese Wechselbeziehung ist nicht in Stein gemeißelt. In Phasen stark steigender Inflation, wie etwa 2022, verloren Aktien und Anleihen gleichzeitig an Wert. Das zeigt: Historische Muster sind ein guter Ausgangspunkt, aber kein Garant für die Zukunft.

Warum ist das für dich relevant?

Ganz konkret: Du begegnest diesem Prinzip immer dann, wenn du überlegst, wie du dein Kapital auf verschiedene Anlagen aufteilst. Ob du ETFs kombinierst, zwischen Rohstoffen und Aktien abwägst oder ein Gesamtportfolio aufbaust, der Blick auf den Zusammenhang zwischen einzelnen Positionen hilft dir, echte Streuung zu erreichen.

Viele Einsteiger glauben, sie streuen ihr Risiko bereits gut, weil sie zehn verschiedene Aktien halten. Wenn diese zehn Aktien aber alle aus derselben Branche stammen oder stark voneinander abhängen, ist das Depot im Ernstfall so anfällig wie eine einzige große Position.

In einfachen Worten: Echte Diversifikation entsteht nicht durch viele Positionen, sondern durch Positionen, die sich möglichst unabhängig voneinander verhalten. Genau dafür brauchst du das Verständnis von Zusammenhängen zwischen Anlageklassen.

Dein nächster Schritt

Begriffe kennen ist der Anfang. Märkte lesen ist das Ziel.

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