Wer an der Börse nicht nur auf steigende Kurse setzen will, kommt früher oder später mit dem Begriff Put in Berührung. Eine Put-Option gibt dir das Recht, einen Vermögenswert zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen, und das macht sie zu einem der wichtigsten Werkzeuge im Werkzeugkasten erfahrener Trader und Investoren.
Das steckt dahinter
In einfachen Worten ist ein Put eine Verkaufs-Option. Du kaufst damit das Recht, einen bestimmten Basiswert, zum Beispiel eine Aktie, zu einem festen Preis zu verkaufen, und zwar unabhängig davon, wie tief der Kurs in der Zwischenzeit gefallen ist.
Dieses Recht kostet dich eine sogenannte Optionsprämie. Das ist quasi der Preis für deine Absicherung. Der Verkäufer der Option, der sogenannte Stillhalter, verpflichtet sich im Gegenzug, dir den vereinbarten Preis zu zahlen, wenn du die Option ausübst.
Je stärker der Kurs des Basiswerts fällt, desto mehr steigt der Wert deiner Verkaufs-Option. Das liegt daran, dass du das Recht hast, zu einem höheren Preis zu verkaufen, als der Markt aktuell bietet. Genau deshalb wird der Put häufig als Absicherungsinstrument eingesetzt, aber auch als gezielte Wette auf fallende Kurse. In meinen Webinaren erlebe ich immer wieder, dass Einsteiger Optionen zunächst für sehr kompliziert halten. Dabei ist die Grundlogik überraschend klar: Fällt der Kurs, gewinnt der Put. Steigt der Kurs, verfällt die Option wertlos, und du verlierst maximal die bezahlte Prämie.
Zu den verwandten Begriffen gehören: Basispreis (Strike), Laufzeit, Optionsprämie, implizite Volatilität und der Gegenbegriff Call, also die Kaufoption.
Ein konkretes Beispiel
Stell dir vor, du hältst 100 Aktien eines deutschen Technologieunternehmens, die aktuell bei 80 Euro notieren. Du bist langfristig positiv gestimmt, befürchtest aber kurzfristig einen Kursrückgang, etwa weil eine wichtige Quartalsmeldung ansteht.
Du kaufst deshalb einen Put mit einem Basispreis von 78 Euro und einer Laufzeit von vier Wochen. Die Prämie dafür beträgt 1,50 Euro pro Aktie, also insgesamt 150 Euro.
Fällt die Aktie nun auf 65 Euro, kannst du trotzdem zum vereinbarten Preis von 78 Euro verkaufen, oder du verkaufst die gestiegene Option mit Gewinn, ohne die Aktie überhaupt abzugeben. Dein Verlust ist in jedem Fall auf die gezahlten 150 Euro begrenzt. Diese Struktur macht den Put zu einem beliebten Schutzinstrument, ähnlich wie eine Versicherung für dein Depot.
Warum ist das für dich relevant?
Der Put begegnet dir im Trading in zwei typischen Situationen: als Absicherung eines bestehenden Depots und als eigenständige Spekulation auf fallende Kurse. Wer nur auf steigende Märkte setzt, lässt eine ganze Seite der Börsenmechanik ungenutzt.
Gerade in volatilen Marktphasen, denk an Krisenjahre wie 2020 oder 2022, haben Trader mit gezieltem Einsatz von Verkaufsoptionen massive Verluste abgefedert oder sogar Gewinne erzielt, während andere hilflos zugeschaut haben.
Das Verstehen dieser Zusammenhänge hilft dir, Marktbewegungen besser einzuschätzen, Risiken bewusst zu steuern und flexibler auf unterschiedliche Marktlagen zu reagieren. Du musst keine komplexen Strategien beherrschen, aber du solltest wissen, welches Instrument wofür geeignet ist.
Verwandte Begriffe aus Derivate & Optionen
Begriffe kennen ist der Anfang. Märkte lesen ist das Ziel.
Im kostenlosen Live-Workshop zeigt dir Oliver, wie diese Begriffe am echten Chart zusammenspielen und wie du daraus Entscheidungen ableitest, die du nachprüfen kannst.
Kostenlos zum Live-Workshop- ● 0 €
- ● live mit Oliver Klemm
- ● verständlich für Einsteiger
- ● keine Kreditkarte