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Glossar · Anleihen & Kredit

Was ist Duration? Einfach erklärt.

Was ist Duration und warum ist sie für Anleihen-Investoren so wichtig? Hier erfährst du es verständlich erklärt, mit konkretem Beispiel.

Wer in Anleihen investiert, kommt um einen Begriff nicht herum: die Duration. Sie zeigt dir auf einen Blick, wie stark der Kurs einer Anleihe auf Zinsänderungen reagiert, und damit, wie viel Risiko du gerade im Depot trägst. Wer das versteht, trifft deutlich bessere Entscheidungen beim Kauf oder Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren.

Das steckt dahinter

Anleihen haben eine feste Laufzeit und zahlen regelmäßige Zinsen, die sogenannten Kupons. Wenn sich das allgemeine Zinsniveau am Markt verändert, reagieren Anleihepreise darauf, und zwar in entgegengesetzter Richtung. Steigen die Zinsen, fallen die Kurse. Sinken die Zinsen, steigen sie.

Die Duration misst genau diese Empfindlichkeit. Je höher der Wert, desto stärker schlägt eine Zinsänderung auf den Kurs durch. Dabei gibt die sogenannte modifizierte Duration einen konkreten Prozentwert an: Sie sagt dir, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe fällt oder steigt, wenn sich die Zinsen um einen Prozentpunkt bewegen.

Eine kurze Laufzeit und hohe Kupons drücken die Duration nach unten, die Anleihe ist damit weniger zinssensitiv. Eine lange Laufzeit und niedrige Kupons treiben sie dagegen in die Höhe. Das ist wichtig zu verstehen, denn nicht nur die Restlaufzeit allein entscheidet über das Zinsrisiko, sondern auch die Struktur der Zahlungsströme. In meinen Webinaren erlebe ich regelmäßig, dass genau dieser Punkt vielen Einsteigern anfangs unklar ist, dabei ist er zentral für jede Anleihenanalyse.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, du hältst eine Anleihe mit einer Duration von 7. Das bedeutet: Steigt das allgemeine Zinsniveau um einen Prozentpunkt, verliert deine Anleihe grob 7 Prozent an Marktwert.

Das klingt abstrakt, wird aber sehr real, wenn man an das Jahr 2022 denkt. Damals hoben die Zentralbanken in rasantem Tempo die Leitzinsen an, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Wer zu diesem Zeitpunkt langlaufende Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit hoher Duration im Portfolio hatte, erlebte deutliche Kursverluste. Manche Anleihen-ETFs verloren in diesem Zinsumfeld zweistellig an Wert, nicht weil das Unternehmen oder der Staat plötzlich unsolide war, sondern schlicht wegen des gestiegenen Zinsniveaus.

Genau dieses Szenario zeigt: Wer die Duration seiner Positionen kennt, kann das Risiko einschätzen und sein Portfolio gezielt steuern, zum Beispiel durch einen Mix aus kurz- und langlaufenden Anleihen.

Warum ist das für dich relevant?

Du begegnest der Duration immer dann, wenn du in Anleihen, Rentenfonds oder Anleihen-ETFs investierst. Viele Fondsanbieter veröffentlichen die Duration ihrer Produkte direkt im Factsheet, das ist eine der ersten Kennzahlen, die du dir ansehen solltest.

Praktisch bedeutet das: In einem Umfeld steigender Zinsen lohnt es sich, eher auf kurze Laufzeiten und niedrige Duration zu setzen, um Kursverluste zu begrenzen. Wenn Zinsen dagegen fallen oder stagnieren, können Anleihen mit hoher Duration überproportional profitieren.

Für dich als Trader oder langfristiger Investor heißt das: Zinserwartungen und Duration gehören zusammen gedacht. Wer nur auf die Rendite schaut, ohne das Zinsrisiko zu berücksichtigen, hat nur die halbe Wahrheit auf dem Schirm.

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