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Glossar · Risiko & Portfolio

Was ist Drawdown? Einfach erklärt.

Was bedeutet Drawdown beim Trading? Verständlich erklärt mit Beispiel, damit du Verlustphasen richtig einordnest und bessere Entscheidungen triffst.

Wer an der Börse handelt, wird früher oder später mit einer unangenehmen Erfahrung konfrontiert: Das Depot, das eben noch auf einem neuen Hoch stand, verliert plötzlich deutlich an Wert. Genau diesen Rückgang vom letzten Hochpunkt bis zum tiefsten Punkt nennt man Drawdown. Das Verständnis dieses Begriffs ist für Trader und Investoren gleichermaßen wichtig, denn wer Verlustphasen richtig einordnen kann, trifft in stressigen Marktphasen die besseren Entscheidungen.

Das steckt dahinter

Der Drawdown misst, wie tief ein Depot oder eine Strategie zwischen zwei Punkten gefallen ist: vom zuletzt erreichten Hoch bis zum anschließenden Tiefpunkt. Er wird in der Regel als Prozentwert angegeben und zeigt dir auf einen Blick, wie schmerzhaft eine Durststrecke tatsächlich war.

Dabei unterscheidet man häufig zwischen dem aktuellen Rückgang, also dem laufenden Verlust gegenüber dem letzten Hoch, und dem maximalen Drawdown, dem größten jemals aufgetretenen Verlust innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Letzterer ist besonders aussagekräftig, wenn du verschiedene Handelsstrategien oder Fonds miteinander vergleichst.

In meinen Webinaren erlebe ich es regelmäßig: Einsteiger schauen fast ausschließlich auf die Rendite einer Strategie. Dabei ist der maximale Rückgang mindestens genauso entscheidend. Eine Strategie mit 20 Prozent jährlicher Rendite klingt verlockend, aber wenn du zwischendurch 50 Prozent deines Kapitals verlierst, hältst du das psychologisch kaum durch. Das Risiko-Rendite-Verhältnis gerät vollständig aus dem Blick.

Kurzum: Der Drawdown ist ein zentrales Risikomaß. Er zeigt nicht nur, was war, sondern auch, was du als Trader aushalten können musst.

Ein konkretes Beispiel

Stell dir vor, dein Depot hat im Januar einen Wert von 10.000 Euro erreicht. Dann kommt ein schwieriges Quartal: Märkte drehen, deine Positionen laufen gegen dich, und im März steht dein Depot nur noch bei 7.000 Euro. Das entspricht einem Drawdown von 30 Prozent, fast ein Drittel deines Kapitals ist zwischenzeitlich weg.

Ein reales Beispiel aus dem Marktgeschehen: Während des Corona-Crashs im März 2020 verlor der Deutsche Aktienindex innerhalb weniger Wochen rund 38 Prozent seines Wertes. Wer damals investiert war, hat diesen Einbruch hautnah erlebt. Viele Anleger, die diesen Rücksetzer nicht eingeplant hatten, verkauften genau am Tiefpunkt, aus reiner Panik.

Wer hingegen verstanden hatte, dass solche Rückgänge zum Markt gehören und historisch immer wieder aufgeholt wurden, blieb ruhig. Und wer im März 2020 sogar nachkaufte, erzielte in den folgenden Monaten überdurchschnittliche Gewinne. Verständnis schlägt Bauchgefühl, immer.

Warum ist das für dich relevant?

Der Drawdown begegnet dir an verschiedenen Stellen deines Trading-Alltags. Beim Backtesting einer Strategie siehst du, welche Verlustphasen in der Vergangenheit aufgetreten sind. Bei der Auswahl eines Fonds oder eines automatisierten Systems hilft dir der maximale Rückgang dabei, realistisch einzuschätzen, ob du diese Schwankungen auch emotional durchhalten kannst.

Besonders wichtig: Ein Depot muss nach einem Verlust überproportional stark steigen, um wieder auf den Ausgangspunkt zu kommen. Wer 50 Prozent verliert, braucht danach 100 Prozent Gewinn, um wieder auf null zu sein. Diesen Zusammenhang in einfachen Worten zu verstehen, verändert, wie du mit Risiko umgehst, grundlegend.

Ich empfehle dir: Definiere für jede Strategie im Voraus, welchen maximalen Rückgang du bereit bist zu akzeptieren. Damit schützt du nicht nur dein Kapital, sondern auch deine Nerven.

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